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„Reinickendorfer Allgemeine Zeitung“ (Artikel aus der Ausgabe vom 14. Juli 2016)

 

„Das Haus lebt von Menschen, die sich einsetzen“

Julia Haußner wurde zur neuen Vorsitzenden des Centre Bagatelle in Frohnau gewählt

 

Foto: fle

 

Frohnau – Sie ist ausgebildete Pianistin und Klavierlehrerin und leitet seit 1994 die Deutsch-Französische Musikschule in der Cité Foch mit 350 Schülern und 27 Lehrkräften. Doch nicht nur mit „ihrer“ Musikschule, sondern auch mit dem Centre Bagatelle in der Zeltinger Straße 6 fühlt sich Julia Haußner verbunden. So hat sich die Frohnauerin schon früh für den Erhalt der 1925 erbauten Villa als Frohnauer Kulturhaus eingesetzt. Am 12. Mai wurde Julia Haußner zur Vorsitzenden des Vereins „Kulturhaus Centre Bagatelle“ gewählt. Die RAZ sprach mit ihr.

 

Sie sind sehr mit dem Centre Bagatelle verbunden. Weshalb?

Julia Haußner: Die Deutsch-Französische Musikschule hat das Centre Bagatelle oft für Schülerkonzerte genutzt, deshalb wusste ich, welch wunderbaren Rahmen das Haus für Kulturveranstaltungen bietet. Es gab ein paar aktive Vereine, die sich 2005 dafür stark machten, dass es als Kulturhaus erhalten bleibt. Zu zwölft haben wir den Verein „Kulturhaus Centre Bagatelle e.V.“ gegründet und schnell Unterstützung von anderen Reinickendorfern erfahren. Seit der Gründung 2005 bin ich im Vorstand tätig, und seit 2006, seitdem dürfen wir glücklicherweise dieses tolle Haus bespielen, bin ich hier auch für die Kulturarbeit zuständig.

 

Wie viele Mitglieder haben Sie?

Wir haben knapp 800 Mitglieder, davon rund 100 ehrenamtliche Helfer, die das Haus unermüdlich und sehr motiviert am Laufen halten.

 

Was macht das Centre Bagatelle so speziell?

Dieses Haus lebt davon, dass sich ganz viele Leute dafür einsetzen. Das zeigt sich auch daran, dass es unserem Verein gelungen ist, das Haus 2007 zu kaufen. Es ziehen viele Menschen an einem Strang, um das Kulturhaus zu erhalten und konsequent weiter zu entwickeln. Für die rund 248.000 Reinickendorfer gibt es wenige Kulturhäuser im Bezirk. Auch aus diesem Grund ist das Haus so unsagbar wichtig.

 

Warum gab es eine Vorstandswahl, obwohl die Wahlperiode noch bis zum nächsten Frühjahr andauert?

Unser Vorsitzender Ulrich Materne musste leider aus Krankheitsgründen im Dezember zurücktreten. Und so wurde für den Rest der Amtszeit ein Nachfolger gewählt. Ich bin daraufhin vom stellvertretenden Vorsitz zurückgetreten und zur Vorsitzenden gewählt worden. Meine Stellvertreterin ist nun Gabriele de Tinseau, die jahrelang die Leitung der Georg-Herwegh-Oberschule innehatte.

 

Was wird im Centre Bagatelle an Veranstaltungen geboten?

Neben den rund 100 Veranstaltungen pro Jahr – von Konzerten und Lesungen über Filme oder Ausstellungen bis zu den Veranstaltungen für Kinder und festen Terminen wie der Weihnachtsmarkt, bieten wir auch wöchentlich mehr als 50 Kurse an, die gut ausgelastet sind.

 

Welche Ziele haben Sie?

Bei uns werden große Entscheidungen gemeinsam getroffen. Ganz wichtig ist uns, dass dieses Haus noch bekannter wird. Es gibt nämlich tatsächlich immer noch Menschen, auch aus Reinickendorf, die noch nichts vom Centre Bagatelle gehört haben. Wir wollen, dass sich das ändert und wir auch noch weitere Kulturinteressierte für uns begeistern – und möglicherweise als neue Vereinsmitglieder begrüßen können. Auch sind wir immer wieder auf der Suche nach Menschen, die ehrenamtlich tätig sein wollen, denn ohne unsere Ehrenamtlichen könnten wir das umfangreiche Programm, das wir hier bieten, gar nicht durchführen.

 

Wie steht es um die Renovierung des Dachs?

Die steht nun noch an. Wir haben einen Antrag für Mittel aus der Lottostiftung gestellt, weil wir die veranschlagten Kosten für die Dacherneuerung von rund 325.000 Euro gar nicht alleine tragen könnten. Und wir hatten Glück: Die Lotto-Stiftung übernimmt knapp zwei Drittel der Kosten. Den Rest stemmen wir alleine. Aber nicht nur das Dach, sondern auch Teile der Fassade müssen renoviert werden. Zudem muss ein neuer Anstrich her. Danach kommen dann die Außen-treppen an die Reihe, denn sie sind zum Teil auch schon marode.

 

Frau Haußner, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Interview: Christiane Flechter

 

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