In „Timeline“ untersucht Saskia Hubert die Fotografie als Ort, an dem Zeit nicht linear verläuft, sondern sich überlagert, verschiebt und neu formiert. Ihre analogen 6×6-Aufnahmen, später digital überblendet, erzeugen Bildräume, in denen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichzeitig präsent werden. Die Arbeiten öffnen ein Feld, in dem Erinnerung, Traum und Projektion ineinander greifen – ein Schwebezustand zwischen Vertrautheit und Fremdheit.
Huberts Bilder operieren im Moment des Aufblitzens: dort, wo etwas erscheint, um im selben Augenblick wieder zu verschwinden. Sie verhandeln die Fragilität von Identität und Ort, die Dehnbarkeit von Raum und Zeit, das Pendeln zwischen Verlassen und Neubeginn. Motive wie Migration, Einsamkeit, Landschaft und menschliche Hinterlassenschaften werden nicht dokumentiert, sondern als poetische Verdichtungen erfahrbar. Die Serie lädt dazu ein, die Fotografie als Medium des Dazwischen zu lesen – als Resonanzraum für Erinnerung und Verlangen.
Saskia Hubert, 1985 in Berlin geboren, lebt und arbeitet als unabhängige Fotografin und Künstlerin in Berlin.
Sie studierte am Lette‑Verein Berlin bei Heike Ollertz, Sabine Schründer, Roger Melis und Achim Roscher sowie an der HGB Leipzig. Ein einjähriger Aufenthalt in Buenos Aires und ein viermonatiges Praktikum bei Vol des Units in Marseille erweiterten ihre künstlerische Perspektive. Regelmäßige Arbeitsaufenthalte auf Gotland/Schweden prägen ihre Bildsprache bis heute.
2024 war sie mit der Wanderausstellung „Timeline“ in Berlin vertreten und stellte u. a. in der Galerie Diana Achtzig, im Studio 22 und im Foyer des Künstlerhofs Frohnau aus. Werke befinden sich bereits in Privatbesitz.
Publikationen erschienen im Kunstraum Magdeburg, bei Wewerka („Schlagartige Veränderung“) und Schmiedel Wendorf.
Ihre künstlerischen Bezugspunkte reichen von Nan Goldin, Diane Arbus, Henri Cartier‑Bresson bis Paolo Roversi sowie theoretischen Impulsen aus Paul Virilios „Ästhetik des Verschwindens“.
Veranstalter: Kunstverein Centre Bagatelle e.V.
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