Julia Pietschmann — Anladen
Vernissage
Julia Pietschmann, geboren 1987 in Neubrandenburg, lebt und arbeitet in Berlin. Atmosphären, Landschaften und Orte, die Übergänge markieren, bilden den Ausgangspunkt ihrer Zeichnungen, Wandbilder und Installationen. In ihnen untersucht sie die physischen Formen und die nichtstofflichen Bedeutungsebenen von Schwellen und Grenzen sowie deren Durchlässigkeit im Wandel. Wasseroberflächen, Uferlinien und vom Menschen gezogene Markierungen – Hecken, Gärten, Straßen oder Ländergrenzen – dienen ihr als Kontaktmomente für abstrakte Bildfindungen, die sich bis an die Grenze zur Interpretation bewegen. Sie begreift diese Orte als Räume des Austauschs und der Veränderung. In der Auseinandersetzung sucht sie nach Widersprüchen, Unbewusstem, Ambivalenzen, Absurditäten, das mit Grenzziehungen einhergeht. Julia Pietschmann übersetzt diese Phänomene mit Kohle und farbigen Pastellkreiden auf Papier oder durch Abpausen auf Folie in zeichnerische Gesten, die visuell abtasten und sowohl natürlich gewachsene als auch künstlich geschaffene Raumstrukturen befragen. Neben der Arbeit im Atelier pflegt sie durch das Plein-Air-Zeichnen eine Praxis des Erzeichens durch unmittelbare Erfahrung. Dabei geht es darum, sich selbst über die Zeichnung in Beziehung mit der Umgebung zu bringen, um Strukturen und Objekte in Zusammenhängen wahrzunehmen und anschließend aus der sinnlichen und körperlichen Erfahrung heraus zeichnerische Gesten und Übersetzungen zu finden. Ihre Arbeiten umfassen vielteilige Kleinformatserien ebenso wie großformatige Zeichnungen bis hin zu ganzen Papierbahnen. Raumgreifende Wandzeichnungen mit Tape und installative Setzungen eröffnen immersive Erfahrungen und lassen die Zeichnung an die Grenzen anderer Disziplinen herantreten und in ihnen mäandern.
Veranstalter: Kunstverein Centre Bagatelle e.V.
Eintritt: frei